Mit regenerativer Wärme können Haushalte hunderte Euro an Heizkosten sparen
Privathaushalte, die ihren Wärmebedarf ganz oder teilweise aus Erneuerbaren Energien decken, sparten
im Jahr 2009 verbrauchsgebundene Heizkosten in Höhe von durchschnittlich 595 Euro. Trotz
verhältnismäßig niedriger Preise für konventionelles Heizöl und Erdgas wären diesen Haushalten
erhebliche Mehrkosten entstanden, wenn sie ihren Wärmebedarf nur mit fossilen Brennstoffen gedeckt
hätten. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch in privaten Haushalten lag im Jahr
2009 bei 10,7 Prozent.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und
Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Bereits zum zweiten Mal verglich das Institut im
Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien die Wärmekosten von konventionellen und regenerativen
Heizsystemen im jeweils zurückliegenden Jahr. Dabei ermittelten die Forscher für das Jahr 2009
trotz des witterungsbedingt gestiegenen Wärmebedarfs insgesamt niedrigere Heizkosten in den 36,2
Millionen deutschen Wohneinheiten als im Vorjahr. Ursache dafür war das vergleichsweise niedrige
Preisniveau der fossilen Brennstoffe Heizöl und Erdgas. Demnach musste ein Durchschnittshaushalt
2009 mit 1.070 Euro rund 80 Euro weniger für seinen Wärmebedarf aufbringen als im Jahr 2008.
Von nochmals deutlich günstigeren Verbrauchskosten profitierten diejenigen 4,3 Millionen Haushalte
in Deutschland, die ihren Wärmebedarf zumindest teilweise aus regenerativen Quellen deckten: Sie
mussten im Schnitt 595 Euro weniger ausgeben, als wenn sie allein mit fossilen Brennstoffen geheizt
hätten. Insgesamt sparten Holzheizungen, Wärmepumpen und solarthermische Anlagen im vergangenen
Jahr 2,56 Milliarden Euro an Heizkosten ein.
Die ZSW-Studie berücksichtigt jedoch nicht die Investitionskosten, die für die Anschaffung
regenerativer oder konventioneller Heizsysteme anfallen. „Die hohe Anfangsinvestition ist für viele
Hausbesitzer eine große Hürde vor dem Umstieg auf Erneuerbare Wärme“, sagt Jörg
Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die nachgewiesenen Einsparungen bei
den Heizkosten tragen einen wichtigen Teil zur Refinanzierung bei. Dennoch sind verlässliche
Förderinstrumente und zinsgünstige Darlehen notwendig, um die Hemmschwelle zu senken. Anders können
die deutschen Wärmeziele wohl kaum erreicht werden“, so Mayer mit Blick auf das Ziel der
Bundesregierung, bis 2020 den Anteil regenerativer Wärme am Gesamtverbrauch auf 14 Prozent zu
steigern.
Insgesamt trugen die Erneuerbaren Energien 2009 gut ein Zehntel zum Wärmeverbrauch in deutschen
Haushalten bei. „Mit einer wachsenden Zahl regenerativer Heizungen wird nicht nur das Klima
geschützt, sondern es sinken auch die verbrauchsgebundenen Heizkosten in privaten
Haushalten“, fasst Mayer zusammen.
Dies ist nach ZSW-Berechnungen selbst in wärmegedämmten Altbauten oder in Neubauten mit
Niedrigenergiebauweise der Fall. In verschiedenen Modellrechnungen ermittelte das Institut auch
für diese Haustypen, dass die Wärmebereitstellung aus regenerativen Quellen im Jahr 2009
durchschnittlich kostengünstiger war als mit Heizöl oder Erdgas. Die niedrigsten
verbrauchsgebundenen Heizkosten erzielten in allen Vergleichen eine Kombination aus
Holzpelletheizung mit solarthermischer Unterstützung.